Regionale Energieversorger als Dienstleister in der digitalen Energiewirtschaft

Schwerpunkt: Der Energiekunde 2025  /  Von Carsten Hoffmann - GGEW AG, Bensheim

Eine große, übergeordnete Frage treibt derzeit die gesamte Energiebranche um: Wo geht die Reise hin und welche der vielen am Markt aufkommenden Ideen werden sich durchsetzen? Welche davon sind lukrativ, welche werden sich erfolgreich an die Kunden bringen lassen? Vor allem aber: Wie stellen sich die Stadtwerke auf die veränderte Rolle der Kunden ein, die immer informierter und anspruchsvoller werden, von der Energiewende profitieren wollen und Wert legen auf Autarkie.

In den vergangenen Jahrzehnten war es vergleichsweise einfach, als Energieversorger mit dem reinen Commodity-Vertrieb und einem günstigen Beschaffungsmarkt gute Profite zu machen. Das ist vorbei. Der Verkauf von Strom, Gas und Wasser wird perspektivisch zurückgehen. Der Stromverbrauch nimmt dank steigender Effizienz der Geräte und Sparmaßnahmen der Verbraucher kontinuierlich ab. Zugleich nimmt der Preiskampf zu, nachdem immer mehr neue Anbieter in den Markt drängen. Bei Gas ist abzusehen – und auch politisch gewollt – dass dieser fossile Energieträger zunehmend aus den Haushalten verschwinden wird. Aller Voraussicht nach stellt sich in spätestens 15 bis 20 Jahren die Frage, wozu man überhaupt noch Stadtwerke mit einem unveränderten Geschäftsmodell braucht. Bis dahin müssen überzeugende Antworten auf dem Tisch liegen. Und ein guter Grund, um weiter zu existieren.

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