Was E-Mobilität für das Stromsystem bedeutet.

Schwerpunkt: Mobilität im Wandel  /  Kathrin Goldammer - Reiner Lemoine Institut gGmbH

Die Elektrifizierung des Verkehrs kommt. Noch sind die Verkaufszahlen klein, doch bei Veränderung der Rahmenbedingungen könnte es sehr schnell losgehen. Dann wird auch der Bedarf an Elektrizität steigen – ein Ausblick, der so manchem Netzbetreiber Bauchschmerzen verursacht. Das Reiner Lemoine Institut hat Szenarien entwickelt, die zeigen, welche Belastungen auf das Stromsystem bei einem hohen Anteil E-Mobilität zukommen. Fazit: Eine gesunde Mischung von batterieelektrischen und wasserstoffbetriebenen Fahrzeugen wäre für das Stromsystem besonders interessant.

Egal, ob man es Sektorenkopplung nennt oder Verkehrswende: Auf einen steigenden Anteil von E-Fahrzeugen im Personen- und Güterverkehr sollten wir uns einstellen. Als alternative Antriebstechniken stehen batterieelektrische Fahrzeuge und Brennstoffzellen zur Verfügung. Was passiert aber mit dem Stromsystem, wenn eine große Anzahl von PKW elektrisch betrieben wird? Diese Frage haben wir uns am Reiner Lemoine Institut gestellt, und haben ein Open-Source-Energiesystemmodell zur Berechnung von deutschlandweiten E-Mobility-Szenarien aufgesetzt. Es handelt sich dabei um so etwas wie Zukunftsvisionen für 2050: Alle 45 Millionen Fahrzeuge, die aktuell auf Deutschlands Straßen unterwegs sind, werden vollständig durch emissionsfreie ersetzt. Und: Der Strom kommt zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien. Auch Zwischenschritte kann man berechnen (was passiert, wenn nur zehn Prozent der Autos elektrisch fahren? Was ergibt sich, wenn eher der aktuelle Strommix angenommen wird, etc.) Die Kernfrage war: Welches Stromsystem brauchen wir beziehungsweise welches ist in seinen Gesamtkosten am günstigsten, wenn wir künftig eine deutlich erhöhte Stromnachfrage decken wollen? Das Mobilitätsverhalten der Menschen lehnen wir der Einfachheit halber dabei an aktuelle Untersuchungen an – autonomes Fahren oder radikale Veränderungen der Arbeitswelt spielen in unserer Untersuchung also keine Rolle...

 

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