Digitale Mobilität: Radikale Verschiebungen im Verkehrsmarkt.

Schwerpunkt: Mobilität im Wandel  /  Prof. Dr. Andreas Knie - Forschungsgruppe Wissenschaftspolitik WZB

Seit Jahren kann man in den großen europäischen Städten beobachten, wie aufgrund des zunehmenden Verkehrs immer mehr Menschen nach alternativen Fortbewegungsmöglichkeiten suchen. Statt auf nur ein Hauptverkehrsmittel zu setzen – in den meisten Fällen der eigene Pkw – geht der Trend zur Nutzung mehrerer Optionen. Smartphones und Digitalisierung eröffnen die neue Vielfalt in der individuellen Fortbewegung.

Der Verkehr in und um die großen Städte und Ballungsräume gerät immer häufiger ins Stocken oder gar zum Erliegen. Die Durchschnittsgeschwindigkeiten fallen auf Werte zurück wie sie vor 100 Jahren galten. Grund ist, dass die Zahl der zugelassenen Fahrzeuge beständig gestiegen ist und mittlerweile die Marke von knapp 47 Mio. Kraftfahrzeugen erreicht hat. Der Zubau an Verkehrsinfrastrukturen, insbesondere der von Straßen, ist nicht unbegrenzt möglich. Vor allen Dingen in den Städten hat der Anteil der Verkehrsflächen das Maß der Erträglichkeit bereits überschritten. Bewohner und Besucher von Städten beklagen immer häufiger und eindringlicher die fehlende Aufenthaltsqualität, während die Folgen der steigenden Massenmotorisierung zunehmend kritischer gesehen werden. Der Traum vom Fahren, das eigene Auto, für viele Jahrzehnte ein wichtiger Bestandteil des Guten Lebens scheint weitgehend ausgeträumt zu sein. Denn der Gebrauchswert des privaten Fahrzeuges ist in den großen Städten bereits seit Jahren gesunken. Verstopfte Straßen, die vielen Baustellen haben den Fahrspaß eingetrübt und die Flexibilität des eigenen Wagens stark eingeschränkt.

 

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