Mieterstrom wird unterschätzt.

Markt & Technik  /  Florian Henle - Polarstern GmbH

Die Bedeutung der Mieterstromversorgung allein auf die dezentrale Energieerzeugung in Mehrparteiengebäuden zu reduzieren, greift zu kurz. In Mieterstromprojekten werden neue Technologien, Anlagenkombinationen und Geschäftsfelder erprobt, die später zum Standard im gesamten Energiemarkt werden können. Mieterstromgebäude sind quasi kleine Testmärkte für die Energiewelt von morgen und auch als solche stärker zu unterstützen. Dass das Mieterstromgeschäft anzieht, weil erfolgreiche Projekte und die neue Mieterstrom-Direktförderung Wohnungsbauunternehmen und Immobilieneigentümer neugierig machen, hat insofern einen bisher deutlich unterschätzten Mehrwert.

Die Verknüpfung von PV-Anlage und BHKW oder PV-Anlage und Wärmepumpe zeigt beispielsweise, wie Strom- und Wärmeversorgung – und damit die Sektorkopplung – Hand in Hand gehen können, und so die Effizienz erhöhen und die Energiekosten senken. Welche Techniken genau verknüpft werden, ist im Grunde irrelevant. Wichtiger ist ihr Signal, und
dass durch sie erste Lösungsansätze etwa in der Anlagenauslegung, im Messkonzept und in der Abrechnung erarbeitet werden. So wird Strom aus einer PV-Anlage und aus einem BHKW beispielsweise unterschiedlich vergütet, was die Komplexität und das ideale Zusammenspiel der Anlagentechnik beeinflusst...

 

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